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Bauen und Wohnen in Land und Bund - Schwätzen statt hetzen digital spezial - mit Susanne Bay MdL und Chris Kühn MdB

Der Klimaschutz braucht eine Bauwende
Susanne Bay sprach bei „Schwätzen statt hetzen – digital spezial“ mit dem Grünen Bundestagsabgeordneten Chris Kühn zum Thema Bauen und Wohnen.
Die Heilbronner Landtagsabgeordnete Susanne Bay gab zu Beginn einen Einblick in ihr Fachgebiet als wohnungspolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion. Der Wohnungsmangel in Baden-Württemberg sei immens, und zwar nicht nur in den großen Städten, sondern bis in den ländlichen Raum hinein. Der Markt versage insbesondere, da, wo Menschen bezahlbaren Wohnraum benötigen. Deshalb steige das Land schon seit Jahren wieder massiv in den Wohnungsmarkt ein und stelle 250 Mio. Euro pro Jahr für Mietraum- und Eigentumsförderung zur Verfügung. Die Kommunen können zudem Unterstützung bekommen bei der Erschließung von Bauland und Wohnraum. Susanne Bay erklärte „Mittels eines Grundstücksfonds kann das Land ein Grundstück zwischenerwerben, welches die Kommune entwickeln und zu einem späteren Zeitpunkt kaufen können. Das Kompetenzzentrum Wohnen bietet eigens für Kommunen Beratungsleistungen rund ums Bauen und Wohnen an.“ Zum Stichwort Eigenheim stellte Bay klar, dass es kein Verbot von Einfamilienhäusern in Baden-Württemberg geben werde. Die im Landtagswahlkampf hochgekochte Debatte sei ärgerlich, weil sie vom drängenden Problem des Wohnraummangels ablenke.
Chris Kühn stellte daraufhin die Bauwende in den Fokus. Der wohnungspolitische Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion wies auf die Bedeutung des Bausektors für den Klimaschutz hin: „Der Bausektor ist der entscheidende Klimahebel.“ Mit 40 Prozent des direkten und indirekten CO2-Ausstoßes macht er den größten Anteil am nationalen CO2-Ausstoß aus. Eine Bauwende in Richtung nachhaltiges Bauen sei daher unbedingt notwendig. Vor allem der globale Ressourcenverbrauch müsse zurückgeschraubt werden, indem Stahl und Beton zumindest teilweise durch nachwachsende Baustoffe wie Holz und Hanf ersetzt werden. Daneben müssten Baustoffe im Sinne einer Kreislaufwirtschaft immer wieder verwendet werden. Bei Recycling-Beton gebe es schon gute Beispiele. Eine wichtige Stellschraube ist auch die Sanierung des Gebäudebestands, da ca. drei Viertel aller Gebäude schon in den 1970er Jahren gebaut wurden. Kühn setzt in diesem Zusammenhang auf Abrissgenehmigungen, um den Umbau und die Umnutzung bestehender Gebäude attraktiver zu machen. Susanne Bay erklärte, die Grün geführte Landesregierung habe im nachhaltigen Bauen schon einiges erreicht: Die Photovoltaik-Pflicht für gewerbliche Gebäude ab 2022 sei ein Erfolg. Eine Ausweitung auf Wohngebäude stehe an. Und die groß angelegte Holzbauoffensive habe Baden-Württemberg zum Holzbauland Nummer Eins gemacht.
 
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